Raglanzunahmen stricken – rechts und links entlang der Raglanlinie

Raglanzunahmen stricken gehören zu den Techniken, die in vielen meiner Pullover, Shirts und Cardigans vorkommen. Sie formen beim Stricken von oben die Passe und sorgen dafür, dass Vorderteil, Rückenteil und Ärmel nach und nach die benötigte Weite erhalten.

Dabei ist nicht nur entscheidend, wo die Maschen zugenommen werden. Auch die Art der Zunahme beeinflusst das Strickbild. Nach rechts und nach links geneigte Zunahmen können die Raglanlinie klar zeichnen und werden dafür spiegelbildlich eingesetzt.

In diesem Beitrag geht es ganz praktisch um diese Zunahmen: Wo liegen sie? Was unterscheidet eine nach rechts von einer nach links geneigten Zunahme? Und wie entsteht daraus eine saubere Raglanlinie?

Die einzelnen Techniken zeige ich dir zusätzlich in meinen Video-Tutorials.


Raglan in meinen Strickanleitungen

Raglan und modifizierter Raglan kommen in vielen meiner Strickanleitungen zum Einsatz. Je nach Modell können die Raglanlinien sehr zurückhaltend sein oder bewusst als sichtbares Detail gestaltet werden.

Beim Kukka Cardigan Fine, beim Doorli Shortsleeve oder beim Koora Sweater ist der modifizierte Raglan Teil der Konstruktion. Andere Modelle werden mit einem klassischen Raglan gearbeitet.

Wenn du dir unterschiedliche Modelle mit dieser Konstruktion ansehen möchtest, findest du sie gesammelt bei meinen Strickanleitungen mit Raglan.

Vier Riika Shirts hängen an einer schlichten hellen Kleiderstange vor einer weißen Wand. Die nahtlos gestrickten Modelle mit feinem Rippenmuster und Raglanlinien zeigen unterschiedliche Ärmellängen und harmonische Farben: Hellblau mit kurzen Ärmeln, Cremeweiß mit kurzen Ärmeln, Salbeigrün mit langen Ärmeln und Altrosa mit Dreiviertelärmeln. Die minimalistische Produktaufnahme mit viel Weißraum betont die hochwertige Strickstruktur und die zeitlose Gestaltung der Modelle.

Erst die Konstruktion verstehen

Wenn du zunächst wissen möchtest, wie ein Raglan grundsätzlich aufgebaut ist, wie Vorderteil, Rückenteil und Ärmel angeordnet sind und wie die vier Raglanlinien entstehen, findest du das separat im Beitrag „Raglan stricken – wie funktioniert diese Konstruktion?“.

Raglanmodelle von rosa p. auf hellen Holzbügeln vor weißer Wand.

Wo werden Raglanzunahmen gearbeitet?

Ein klassischer Raglan hat vier Raglanlinien. Sie liegen jeweils zwischen Vorder- beziehungsweise Rückenteil und den beiden Ärmeln.

Beim klassischen Top-down-Raglan werden in der Regel auf beiden Seiten dieser Linien Maschen zugenommen. Dadurch erhalten Körper und Ärmel beim Stricken von oben nach und nach ihre Weite.

Bei vier Raglanlinien liegen die Zunahmestellen zwischen:

  • Rückenteil und rechtem Ärmel
  • rechtem Ärmel und Vorderteil
  • Vorderteil und linkem Ärmel
  • linkem Ärmel und Rückenteil

Werden an jeder Raglanlinie auf beiden Seiten Maschen zugenommen, entstehen in einer Zunahmerunde insgesamt acht neue Maschen.

Rosafarbenes Strickstück mit sichtbaren Raglanlinien, passendem Wollknäuel und kleiner Schere auf einem Holztisch.

Die Raglanlinie kann dabei aus einer oder mehreren Maschen bestehen und ganz unterschiedlich gestaltet werden. Auch der Rhythmus der Zunahmen ist nicht bei jedem Modell gleich. Beim modifizierten Raglan können beispielsweise Körper und Ärmel unterschiedlich zunehmen.

Die Raglanlinie selbst kann aus einer oder mehreren Maschen bestehen und ganz unterschiedlich gestaltet werden. Auch der Rhythmus der Zunahmen ist nicht bei jedem Modell gleich.

Beim modifizierten Raglan können die Zunahmen für Körper und Ärmel beispielsweise unterschiedlich verteilt werden. Dadurch lassen sich Proportionen und Passform gezielter steuern.

Wenn du mehr darüber wissen möchtest, habe ich die Unterschiede und Vorteile in einem eigenen Beitrag „Modifizierter Raglan – 5 Vorteile für eine bessere Passform“ ausführlich erklärt.

Senfgelber Strickpullover mit modifizierter Raglankonstruktion und kurzen Ärmeln auf einem hellen Holzbügel vor weißer Wand.

Nach rechts und nach links geneigte Zunahmen

Für Raglanlinien verwende ich häufig gerichtete Zunahmen. Dabei wird aus dem Querfaden zwischen zwei Maschen eine neue Masche gearbeitet.

Je nachdem, wie der Querfaden aufgenommen und abgestrickt wird, neigt sich die neue Masche nach rechts oder nach links.

Beide Varianten lassen sich spiegelbildlich einsetzen. So können die Zunahmen die Richtung der Raglanlinie optisch unterstützen.

Nach rechts geneigte Zunahme

Bei einer nach rechts geneigten Zunahme wird aus dem Querfaden zwischen zwei Maschen eine neue Masche gearbeitet. Durch die Art, wie der Querfaden aufgenommen und abgestrickt wird, neigt sich die neue Masche nach rechts.

Im Video zeige ich dir die Technik direkt an einem Strickstück.

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Nach links geneigte Zunahme

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Welche Zunahme an welcher Stelle verwendet wird, ist in meinen Anleitungen angegeben.

Die Zunahmen bestimmen auch die Optik der Raglanlinie

Nach rechts und nach links geneigte Zunahmen haben nicht nur eine technische Funktion. Durch ihre Ausrichtung beeinflussen sie auch, wie deutlich die Raglanlinie im fertigen Strickstück sichtbar wird.

Je nach Modell kann die Linie bewusst hervorgehoben werden oder sich eher ruhig in die Fläche einfügen. Auch die Anzahl der Raglanmaschen und das verwendete Muster spielen dabei eine Rolle.

Deshalb ist die Raglanlinie für mich immer auch ein Teil der Gestaltung eines Modells – nicht nur die Stelle, an der Maschen zugenommen werden.

Wenn du eine rosa-p.-Anleitung strickst, musst du die Richtung der Zunahmen nicht selbst bestimmen. In der Anleitung ist angegeben, welche Zunahme an welcher Stelle gearbeitet wird. Die beiden Videos kannst du jederzeit nutzen, wenn du dir die Technik noch einmal ansehen möchtest.


Wie viele Maschen werden bei Raglanzunahmen zugenommen?

Bei einem klassischen Raglan mit vier Raglanlinien werden häufig vor und nach jeder Raglanlinie Maschen zugenommen. Werden alle acht Zunahmen in einer Runde gearbeitet, kommen insgesamt acht Maschen hinzu. Bei anderen Raglankonstruktionen kann die Verteilung davon abweichen.

Warum gibt es nach rechts und nach links geneigte Zunahmen?

Durch die unterschiedliche Neigung können die Zunahmen spiegelbildlich gearbeitet werden. Dadurch lassen sie sich passend zur Richtung der Raglanlinie einsetzen und ergeben ein gleichmäßiges Maschenbild.

Muss eine Raglanlinie aus einer Masche bestehen?

Nein. Eine Raglanlinie kann aus einer einzelnen Masche oder aus mehreren Maschen bestehen. Sie kann glatt rechts, als Rippe oder mit einem kleinen Muster gearbeitet werden.

Werden Raglanzunahmen immer in jeder zweiten Runde gearbeitet?

Nein. Der Rhythmus hängt von der Konstruktion und der gewünschten Passform ab. Beim klassischen Raglan findet man häufig einen regelmäßigen Rhythmus. Beim modifizierten Raglan können Körper und Ärmel dagegen unterschiedlich zunehmen.

Woher weiß ich, welche Zunahme ich arbeiten muss?

In der jeweiligen Strickanleitung sollte angegeben sein, welche Zunahme an welcher Stelle gearbeitet wird. In meinen rosa-p.-Anleitungen sind die verwendeten Zunahmen entsprechend beschrieben; die Video-Tutorials zeigen zusätzlich, wie sie gearbeitet werden.