Uukii Cardigan mit Contiguous-Schulter, getragen und während des Top-down-Strickens im Detail.

Was ist die Contiguous-Methode?

Die Contiguous-Methode ist eine Top-down-Konstruktion, bei der die Schulterpartie direkt beim Stricken geformt wird. Anders als beim Raglan verlaufen die Zunahmen nicht diagonal vom Halsausschnitt in Richtung Achsel. Stattdessen entsteht zunächst eine Schulterlinie, aus der anschließend die Ärmel entwickelt werden.

Rumpf und Ärmel werden dabei ohne separat gestrickte und später eingesetzte Ärmel aufgebaut. Die Konstruktion kann deshalb eine klar ausgeprägte Schulterform erzeugen, obwohl das Strickstück vollständig von oben nach unten gearbeitet wird.

Bei rosa p. verwende ich die Contiguous-Konstruktion unter anderem für mehrere Modelle der Uukii-Reihe. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie die Methode grundsätzlich aufgebaut ist, wie die Schulter entsteht und worin sie sich vom Raglan unterscheidet.

Wie entsteht die Schulter bei der Contiguous-Methode?

Bei der Contiguous-Methode beginnt das Strickstück am Halsausschnitt. Durch gezielt platzierte Zunahmen wird zunächst die Schulterpartie aufgebaut. Die Zunahmen liegen dabei dicht an einer definierten Schulterlinie.

Im weiteren Verlauf verändert sich die Position der Zunahmen: Aus der zunächst schmalen Schulterpartie entwickelt sich nach und nach der Bereich für die Ärmel. Gleichzeitig werden Vorder- und Rückenteil aufgebaut.

Dadurch entsteht eine Schulterform, die optisch eher an einen eingesetzten Ärmel erinnert als an eine Raglankonstruktion. Die charakteristischen langen diagonalen Raglanlinien vom Hals bis zur Achsel gibt es bei dieser Konstruktion nicht.

Wie die einzelnen Zunahmen gestrickt und positioniert werden, zeige ich im Beitrag „Contiguous-Zunahmen stricken – so geht’s“.

Konstruktionszeichnung des Uukii Cardigans: Nahtlos von oben gestrickter Cardigan mit V-Ausschnitt, Knopfleiste und langen Ärmeln. Die Grafik zeigt die Top-down-Konstruktion mit Contiguous-Methode für eine präzise Schulterform ohne Nähte sowie Hinweise zu V-Ausschnitt, Bündchen und individuell anpassbarer Länge.

Was unterscheidet Contiguous vom Raglan?

Sowohl Raglan als auch Contiguous können von oben nach unten gestrickt werden. Der entscheidende Unterschied liegt darin, wie Schulter und Ärmel aufgebaut werden.

Beim Raglan verlaufen die Zunahmen entlang mehrerer Linien vom Halsausschnitt bis zu den Achseln. Vorderteil, Rückenteil und Ärmel werden dabei gleichzeitig breiter.

Bei der Contiguous-Methode wird dagegen zunächst die Schulterpartie geformt. Erst im weiteren Verlauf entwickelt sich daraus der Ärmelbereich. Dadurch entsteht keine durchgehende diagonale Raglanlinie.

Besonders gut lässt sich der Unterschied erkennen, wenn man die beiden Konstruktionen direkt miteinander vergleicht. Im Beitrag „Raglan, Contiguous, europäische Schulter oder Sattelschulter – was ist der Unterschied?“ zeige ich die verschiedenen Schulterkonstruktionen nebeneinander.

Contiguous bei rosa p.

Eine Konstruktion legt nicht automatisch fest, wie ein fertiges Strickstück aussieht. Auch mit der Contiguous-Methode lassen sich unterschiedliche Formen und Silhouetten entwickeln.

Bei rosa p. findest du die Konstruktion besonders in der Uukii-Reihe. Uukii Sweater, Uukii Cardigan und Uukii Shirt werden von oben nach unten gearbeitet und nutzen die charakteristische Schulterkonstruktion der Contiguous-Methode.

Gerade an diesen Modellen lässt sich gut erkennen, dass Contiguous nicht für eine bestimmte Passform steht. Die Konstruktion bildet vielmehr die technische Grundlage, auf der das jeweilige Design aufgebaut wird.

Auch der Juulo Cardigan wird mit einer Contiguous-Schulter gearbeitet. Damit findest du bei rosa p. mehrere Anleitungen, an denen du diese Konstruktion in unterschiedlichen Modellen stricken kannst.

Die Anleitungen führen dich Schritt für Schritt durch den jeweiligen Aufbau und enthalten die für das Modell berechneten Zunahmen und Größen. Du musst die Contiguous-Konstruktion also nicht selbst berechnen.

Wie werden die Contiguous-Zunahmen gestrickt?

Die Form der Contiguous-Schulter entsteht durch Zunahmen, deren Position sich im Verlauf der Passe verändert. Zunächst wird die Schulter aufgebaut, anschließend werden die Zunahmen so angeordnet, dass sich daraus der Ärmelbereich entwickelt.

Für die fertige Form ist deshalb nicht nur entscheidend, wie eine Zunahme gestrickt wird, sondern vor allem, an welcher Stelle und in welchem Rhythmus sie gearbeitet wird. In einer Strickanleitung sind diese Zunahmen für jede Größe bereits berechnet und in den einzelnen Arbeitsschritten angegeben.

Wenn du dir die Technik der Zunahmen genauer ansehen möchtest, findest du im Beitrag „Contiguous-Zunahmen stricken – so geht’s“ eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Erklärung mit Bildern.

Contiguous als Schulterkonstruktion

Die Contiguous-Methode ist eine Möglichkeit, eine ausgeprägte Schulterform von oben nach unten zu konstruieren, ohne mit den typischen diagonalen Raglanlinien zu arbeiten. Schulter, Ärmel und Rumpf entwickeln sich dabei Schritt für Schritt aus den entsprechend platzierten Zunahmen.

Wie unterschiedlich diese Konstruktion in einem fertigen Strickstück wirken kann, zeigen die Uukii-Modelle und der Juulo Cardigan. Entscheidend bleibt immer das gesamte Design – die Contiguous-Methode bildet dafür die konstruktive Grundlage.


Häufige Fragen zur Contiguous-Methode

Was ist die Contiguous-Methode?

Die Contiguous-Methode ist eine Top-down-Konstruktion, bei der zunächst die Schulterpartie durch gezielt platzierte Zunahmen aufgebaut wird. Im weiteren Verlauf entwickelt sich daraus der Bereich für die Ärmel.

Was ist der Unterschied zwischen Contiguous und Raglan?

Beim Raglan verlaufen die Zunahmen entlang diagonaler Linien vom Halsausschnitt in Richtung Achsel. Bei der Contiguous-Methode wird zunächst die Schulter geformt. Die charakteristischen langen Raglanlinien entstehen deshalb nicht.

Wird Contiguous von oben nach unten gestrickt?

Ja. Die Konstruktion beginnt am Halsausschnitt und wird von oben nach unten aufgebaut.

Werden die Ärmel bei der Contiguous-Methode separat eingesetzt?

Nein. Der Ärmelbereich wird bereits während des Strickens der oberen Partie entwickelt. Es werden keine separat gestrickten Ärmel in ein fertiges Armloch eingenäht.

Ist die Contiguous-Methode dasselbe wie eine europäische Schulter?

Nein. Beide können eine deutlich erkennbare Schulterform erzeugen, werden konstruktiv aber unterschiedlich aufgebaut. Die Unterschiede zwischen Contiguous, europäischer Schulter, Raglan und Sattelschulter zeige ich im Beitrag „Raglan, Contiguous, europäische Schulter oder Sattelschulter – was ist der Unterschied?“

Welche rosa-p.-Modelle werden mit Contiguous gestrickt?

Bei rosa p. wird die Contiguous-Konstruktion unter anderem beim Uukii Sweater, Uukii Cardigan, Uukii Shirt und Juulo Cardigan verwendet. Die jeweiligen Anleitungen enthalten die für das Modell und die einzelnen Größen berechneten Zunahmen.