Villma Slipover mit Maßband zum Vergleichen der Brustweite bei der Größenwahl.

rosa p. Größenwahl – so findest du die passende Größe

Die rosa p. Größenwahl orientiert sich nicht an deiner üblichen Konfektionsgröße. Entscheidend sind deine Körpermaße, die Maße des fertigen Strickstücks und die Passform, die für das jeweilige Modell vorgesehen ist.

In meinen Strickanleitungen findest du deshalb eine Maßübersicht für die einzelnen Größen. Damit kannst du vor dem Anschlagen prüfen, welchen fertigen Umfang und welche weiteren Maße dein Strickstück in der jeweiligen Größe haben wird.

In diesem Größen-Guide zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du diese Angaben in einer rosa-p.-Anleitung liest und für deine Größenwahl nutzt.

1. Beginne mit dem Körpermaß aus der Anleitung

Schau zunächst in der Anleitung nach, welches Körpermaß für die Größenwahl des jeweiligen Modells angegeben ist. Bei vielen Pullovern, Cardigans und Slipovern ist das der Brustumfang.

Miss deinen Brustumfang körpernah und waagerecht an der stärksten Stelle der Brust. Füge beim Messen keine Mehrweite hinzu. Die gewünschte Mehrweite ergibt sich erst beim Vergleich deines Körpermaßes mit dem fertigen Maß des Strickstücks.

Hast du beispielsweise einen Brustumfang von 100 cm und das fertige Modell misst in der gewählten Größe 116 cm, ergibt sich eine Mehrweite von 16 cm.

2. Brustweite und Brustumfang sind nicht dasselbe

In einer Maßzeichnung können dir sowohl Breiten als auch Umfänge begegnen. Diese Angaben dürfen nicht miteinander verwechselt werden.

Beim Villma Slipover zeigt die Strecke A die Brustweite. Sie wird waagerecht am flach liegenden Strickstück gemessen. Die Strecke B bezeichnet dagegen den Umfang des Bodys und wird einmal rund um das Strickstück gemessen.

Das ist wichtig, wenn du die Maße einer Anleitung mit deinem Körper oder mit einem vorhandenen Kleidungsstück vergleichst: Eine Breite ist eine flach gemessene Strecke, ein Umfang ein Maß rund um das Kleidungsstück.

Achte deshalb immer darauf, welches Maß in der Maßzeichnung bezeichnet wird und an welcher Stelle es genommen wird. Gerade bei Modellen, deren Form sich über die Länge verändert, können unterschiedliche Messpunkte auch unterschiedliche Werte ergeben.

Maßzeichnung des Villma Slipovers mit Angaben zu Brustweite, Bodyumfang, Armausschnitt und Länge.

3. Körpermaß und fertiges Maß ergeben die Mehrweite

Wenn du dein Körpermaß kennst, vergleichst du es mit dem entsprechenden Maß des fertigen Strickstücks. Die Differenz zwischen beiden Werten ist die Mehrweite.

Hat dein Körper beispielsweise einen Brustumfang von 100 cm und das fertige Modell einen Brustumfang von 116 cm, beträgt die Mehrweite 16 cm.

Diese Differenz ist nicht automatisch „zu viel“ oder „zu wenig“. Sie gehört zur Passform des jeweiligen Designs. Ein körpernah entworfenes Modell hat andere Proportionen als ein Cardigan, der bewusst weiter getragen wird.

Wie du Mehrweite beurteilst und welche typischen Denkfehler bei der Größenwahl entstehen können, erkläre ich ausführlicher im Beitrag „Welche Größe stricke ich wirklich?“

4. Schau nicht nur auf den Brustumfang

Der Brustumfang ist bei vielen Modellen der Ausgangspunkt für die Größenwahl. Für die endgültige Entscheidung lohnt es sich aber, auch die weiteren Maße des fertigen Strickstücks anzusehen.

Je nach Modell können beispielsweise Länge, Ärmelweite oder andere in der Maßzeichnung angegebene Streckenwichtig sein. Welche Maße du findest, hängt von der Konstruktion und vom Schnitt des jeweiligen Designs ab.

Beim Uukii Sweater kannst du deshalb zunächst anhand des Brustumfangs prüfen, welche Größe für dich infrage kommt. Anschließend vergleichst du die weiteren Maße dieser Größe mit deinen Vorstellungen davon, wie der fertige Pullover sitzen soll.

Besonders hilfreich ist dabei ein Pullover aus deinem Kleiderschrank, dessen Passform du magst. Lege ihn flach hin und miss die entsprechenden Strecken nach. Diese Werte kannst du mit der Maßzeichnung des Uukii Sweaters vergleichen.

5. Ein vorhandenes Kleidungsstück als Vergleich nutzen

Ein gut sitzendes Kleidungsstück ist oft hilfreicher als die Konfektionsgröße auf seinem Etikett. Entscheidend ist nicht, ob dort beispielsweise Größe 40 oder 44 steht, sondern welche Maße dieses Kleidungsstück tatsächlich hat.

Wähle möglichst ein Kleidungsstück, dessen Schnitt dem geplanten Strickmodell ähnlich ist. Lege es glatt hin, ohne es zu dehnen, und miss die Strecken, die du auch in der Maßzeichnung deiner Strickanleitung findest.

Vergleiche dabei immer Gleiches mit Gleichem: eine flach gemessene Breite mit einer Breite, einen Umfang mit einem Umfang und eine Länge mit der entsprechenden Länge in der Anleitung.

So bekommst du schon vor dem Anschlagen eine wesentlich konkretere Vorstellung davon, wie die Maße einer bestimmten Größe an einem Kleidungsstück wirken.

6. Die Maßtabelle gilt für die angegebene Maschenprobe

Wenn du dich anhand der Maßtabelle für eine Größe entschieden hast, kommt noch ein wichtiger Punkt hinzu: Die Maße der Anleitung sind für die dort angegebene Maschenprobe berechnet.

Weicht deine Maschenprobe davon ab, verändern sich auch die Maße des fertigen Strickstücks. Weniger Maschen auf 10 cm ergeben bei gleicher Maschenzahl ein breiteres Gestrick, mehr Maschen ein schmaleres.

Eine andere Größe zu wählen, ist deshalb kein zuverlässiger Ausgleich für eine abweichende Maschenprobe. Prüfe die Maschenprobe, bevor du mit deinem Modell beginnst.

Wie du sie strickst, wäschst und richtig ausmisst, findest du ausführlich im Beitrag ⁠„Maschenprobe richtig stricken“.

Grüne Maschenprobe mit Maßband zum Ausmessen der Maschenprobe.

7. So gehst du bei einer rosa-p.-Anleitung vor

Für die Größenwahl kannst du dich an dieser Reihenfolge orientieren:

  1. Miss das in der Anleitung genannte Körpermaß.
    Bei vielen Oberteilen ist das zunächst der Brustumfang.
  2. Schau in die Maßzeichnung der Anleitung.
    Prüfe, welche Maße für die einzelnen Größen des fertigen Modells angegeben sind.
  3. Achte darauf, ob eine Breite oder ein Umfang angegeben ist.
    Vergleiche immer dieselbe Art von Maß miteinander.
  4. Ermittle die Mehrweite.
    Vergleiche dein Körpermaß mit dem entsprechenden fertigen Maß des Modells.
  5. Beziehe die vorgesehene Passform ein.
    Die Modellfotos zeigen dir, wie das Design getragen werden soll und welche Silhouette vorgesehen ist.
  6. Vergleiche weitere Maße.
    Ein gut sitzendes Kleidungsstück aus deinem Kleiderschrank kann dir dabei als Orientierung dienen.
  7. Prüfe deine Maschenprobe.
    Sie muss mit der Angabe in der Anleitung übereinstimmen, damit die berechneten Maße entsprechend erreicht werden können.

8. Was ist, wenn du zwischen zwei Größen liegst?

Deine Körpermaße werden nicht immer genau einer Größe in der Anleitung entsprechen. Das bedeutet nicht automatisch, dass du die größere oder kleinere Größe wählen solltest.

Schau dir zunächst die fertigen Maße beider Größen an und berechne, welche Mehrweite sich bei dir jeweils ergeben würde. Vergleiche anschließend die weiteren Maße und die Modellfotos.

Auch ein vorhandenes Kleidungsstück mit ähnlicher Passform kann bei dieser Entscheidung helfen. So kannst du beurteilen, welche der beiden Größen den Maßen und der Silhouette näherkommt, die du für dein Strickstück möchtest.

Wichtig ist: Mit der Wahl einer anderen Größe verändert sich nicht nur der Brustumfang. Je nach Modell verändern sich auch weitere Maße und Proportionen. Betrachte deshalb immer die jeweilige Größe als Ganzes.


Häufige Fragen zur Größenwahl bei rosa p.

Welche Größe soll ich bei einer rosa-p.-Strickanleitung wählen?

Orientiere dich an dem Körpermaß, das in der jeweiligen Anleitung für die Größenwahl angegeben ist. Vergleiche es anschließend mit den Maßen des fertigen Modells und berücksichtige die vorgesehene Passform und Mehrweite.

Was ist der Unterschied zwischen Körpermaß und fertigem Maß?

Das Körpermaß wird an deinem Körper gemessen. Das fertige Maß beschreibt das gestrickte Kleidungsstück. Die Differenz zwischen beiden Werten ergibt beispielsweise beim Brustumfang die Mehrweite.

Was ist der Unterschied zwischen Brustweite und Brustumfang?

Die Brustweite ist eine waagerecht gemessene Strecke am flach liegenden Kleidungsstück. Der Brustumfang wird einmal rund um den Körper beziehungsweise das Kleidungsstück gemessen. Achte in der Maßzeichnung immer darauf, welches Maß angegeben ist und an welcher Stelle es genommen wird.

Wie viel Mehrweite brauche ich?

Dafür gibt es keinen Wert, der für alle Modelle gilt. Die vorgesehene Mehrweite gehört zum jeweiligen Design. Nutze deshalb die Maßangaben und Modellfotos der Anleitung und entscheide, mit welcher Mehrweite du das Modell tragen möchtest.

Was mache ich, wenn ich zwischen zwei Größen liege?

Vergleiche die fertigen Maße beider Größen mit deinen Körpermaßen und mit einem gut sitzenden Kleidungsstück. Entscheidend ist nicht nur der Brustumfang, sondern wie sich die jeweiligen Maße auf das gesamte Modell auswirken.

Kann ich eine andere Größe wählen, wenn meine Maschenprobe nicht stimmt?

Vergleiche die fertigen Maße beider Größen mit deinen Körpermaßen und mit einem gut sitzenden Kleidungsstück. Entscheidend ist nicht nur der Brustumfang, sondern wie sich die jeweiligen Maße auf das gesamte Modell auswirken.

Kann ich eine andere Größe wählen, wenn meine Maschenprobe nicht stimmt?

Eine andere Größe ist kein zuverlässiger Ausgleich für eine abweichende Maschenprobe. Die Maße der Anleitung sind für die angegebene Maschenprobe berechnet. Prüfe deshalb zunächst deine Maschenprobe und passe gegebenenfalls die Nadelstärke an.