Wie ein rosa p Pullover entsteht, hängt für mich immer von Erinnerung, Gefühl und einem klaren Bild im Kopf ab.
Es gibt Designs, die beginnen mit einer Idee.
Andere mit einem Gefühl.
Und manche entstehen aus einer Erinnerung – an ein Kleidungsstück, an einen besonderen Moment oder an eine Zeit, die uns geprägt hat.
So sind meine Modelle fast immer: nicht Trend, nicht Statement, sondern eine leise Fortsetzung von etwas, das es in meinem Leben bereits gab.



Die erste Skizze – ein Gedanke aus Garn
Bevor ich die erste Masche anschlage, entsteht vor meinem inneren Auge ein Bild: eine Silhouette, ein Kragen, ein Ärmel, ein bestimmter Fall.
Ich stelle mir vor, wie das Stück getragen wird – im Alltag, auf dem Weg zum Bäcker, am Schreibtisch, auf einem Spaziergang.
Manchmal spüre ich zu Beginn nur eine Stimmung: ein ruhiger Herbstmorgen, ein Feriengefühl, der Blick in den Schrank meiner Kindheit und Jugend.
Dieser Blick hinter meine Arbeit zeigt, wie so ein rosa p. Pullover entsteht – von der ersten Idee bis zu den Fotos am Ende
Erinnerungen – und rosa p. Designs, die daraus wachsen
Viele meiner Designs tragen solche Erinnerungen in sich.
Die Emmi Blouse entstand, weil ich in den frühen 80ern von meiner Mutter einen ähnlichen Pullover gestrickt bekam – weich, schlicht und zeitlos. Ich besaß ihn in Natur- und in Blautönen und habe beide getragen, bis sie völlig aufgetragen waren.



Die Geschichte des Aarven Longsleeve begann an der Côte d’Azur.
Ich trug in jenem Sommer Ende der 70er Jahre ein gestreiftes Bretonnenshirt und eine blaue Bermudashorts – und genau dieses Gefühl von Leichtigkeit und Sommerwind ist in das Aarven Longsleeve eingeflossen. Trage ich ihn, spüre ich die salzige Luft jener fernen Tage auf meiner Haut.



So entsteht ein rosa p Pullover – Konstruktion
Wenn die Form steht, beginnt die eigentliche Arbeit.
Ich tüftele an Proportionen, Schultern, Ärmelweiten, Längen.
Ich stricke Muster- und Maschenproben, messe, wasche, lasse trocknen.
Manchmal verändere ich kleine Dinge – einen halben Zentimeter hier, eine sanfter fallende Rundung dort.
Ein rosa p.-Pullover soll sich anfühlen, als sei er immer schon da gewesen.
Nicht laut.
Nicht modisch.
Einfach richtig.
Garnwahl – jede Faser erzählt etwas anderes
Jedes Garn hat eine eigene Stimme.
Manche sind weich und voll.
Andere sind trocken, kühl, klar.
Wolle fällt anders als Baumwolle, Mohair schwebt, Bouclé zeichnet kleine Schatten, Merino formt Linien.
Ich wähle Garn nicht nur nach Farbe, sondern immer nach Charakter – und danach, wie es sich über viele Jahre bewährt.



Teststrickerinnen – der Moment, in dem das Design zu leben beginnt
Wenn ein Modell meinen Tisch verlässt, beginnt seine eigentliche Reise.
Meine Teststrickerinnen prüfen Größen, Garnvarianten, Reihenlängen, Abnahmen und Details.
Jede Anprobe zeigt mir, ob die Idee trägt.
Das ist der Moment, in dem aus einer Skizze ein Kleidungsstück wird.
Und aus einem Kleidungsstück ein Lieblingsstück.
Fotografie – das fertige Stück im Alltag
Am Ende fotografiere ich jedes Modell so, wie ich es selbst trage:
einfach, klar, unaufgeregt.
Nicht inszeniert, sondern so, wie Strick im Leben vorkommt.
Oft in meiner Küche, an Tagen, an denen Licht und Gefühl zusammenpassen.
So entsteht ein rosa p.-Pullover:
Masche für Masche, Erinnerung für Erinnerung.
Ein Stück, das mit dir lebt – warm, verlässlich, zeitlos.
So entsteht ein rosa p. Pullover: aus Erinnerungen, handwerklicher Sorgfalt und dem Wunsch, ein Stück zu schaffen, das viele Jahre begleitet
Gerade arbeite ich an einem neuen Modell, dem Uukii Sweater. Auch er folgt diesem Weg: klare Linien, eine ruhige Schulterführung und die Idee eines Pullovers, der im Alltag selbstverständlich wird. Während ich strickte, wurde mir wieder bewusst, wie sehr jedes Stück aus Erinnerung, Formgefühl und vielen kleinen Entscheidungen entsteht.
Weitere Hintergründe findest du auch in meinen Technikbeiträgen zur Maschenprobe, zur Größenwahl und zu den Garnalternativen des Uukii Sweaters.


Wie entsteht ein neues rosa p. Design?
Ein neues Modell beginnt oft mit einer Erinnerung, einem bestimmten Gefühl oder einer Silhouette, die ich vor mir sehe. Danach folgen Maschenproben, Formfindung, Konstruktion und schließlich das Stricken des ersten Prototyps.
Wie lange dauert es, bis ein Pullover fertig entwickelt ist?
Das ist ganz unterschiedlich. Manche Modelle finden ihre Form schnell, andere brauchen mehrere Maschenproben und Anpassungen. In der Regel arbeite ich mehrere Wochen bis Monate an einem Design.
Welche Rolle spielt die Maschenprobe?
Eine große. Ich wasche und spanne jede Probe, bevor ich mit dem Stricken beginne. Erst so zeigt das Garn, wie es sich wirklich verhält – ob es fällt, dehnt, sich glättet oder Struktur zeigt.
Wie wählst du das Garn für ein neues Modell aus?
Ich wähle nie nur nach Farbe. Jede Faser erzählt anders: Wolle formt Linien, Mohair schwebt, Baumwolle bleibt klar, Bouclé zeichnet kleine Schatten. Ich entscheide nach Griff, Charakter und dem Tragegefühl, das ich erreichen möchte.
Warum sind viele rosa p. Designs zeitlos und schlicht?
Weil sie aus Erinnerungen entstehen, nicht aus Trends. Für mich soll ein Kleidungsstück viele Jahre begleiten – ruhig, verlässlich und nah am Alltag.
Welche Rolle spielen Teststrickerinnen?
Eine sehr wichtige. Durch ihre Rückmeldungen sehe ich, wie ein Modell in verschiedenen Größen sitzt, welche Garnalternativen funktionieren und wo ich Details anpassen muss.
Fotografierst du die Modelle selbst?
Ja. Fast alle Fotos entstehen bei mir zu Hause, in natürlichem Licht, ohne Inszenierung. Ich möchte zeigen, wie Strick im wirklichen Leben aussieht.
Wie passt der Uukii Sweater in diesen Entstehungsprozess?
Der Uukii Sweater folgt genau diesem Weg: Idee, Maschenprobe, Formfindung, Prototyp, Teststricken. Er erscheint am Donnerstag – ein Stück, in dem viel von meiner Handschrift und meinem Gefühl für klare Linien steckt.


