Größenwahl beim Stricken: Maßband auf gestricktem Teil – Bequemlichkeitszugabe messen

Größenwahl & Bequemlichkeitszugabe – so sitzt dein Strickstück wirklich gut

Größenwahl beim Stricken entscheidet oft mehr über den Erfolg deines Projekts als jedes Detail im Muster – denn am Ende zählt nicht die „richtige Größe“, sondern ein Sitz, der wirklich zu dir passt.

Entscheidend ist nicht die Zahl in der Größentabelle, sondern wie sich das fertige Teil an dir anfühlt. Mit ein paar Maßen und einem klaren Blick auf die gewünschte Weite kannst du die passende Größe sicher auswählen.

Wenn du deine Körpermaße kennst und verstehst, wie viel Platz du im fertigen Teil haben möchtest, wird Größenwahl plötzlich einfach – und du ersparst dir am Ende die typische Enttäuschung: „Maschenprobe passt, aber irgendwie sitzt es nicht.“

In diesem Beitrag geht es deshalb um zwei Dinge, die wirklich zählen: Körpermaß und Bequemlichkeitszugabe.


Was bedeutet „Bequemlichkeitszugabe“?

Körpermaß vs. fertiges Maß

Die Bequemlichkeitszugabe ist der Unterschied zwischen deinem Körpermaß und dem Maß des fertigen Strickstücks.

  • Körpermaß: z. B. dein Brustumfang, gemessen am Körper.
  • Fertiges Maß: z. B. der Brustumfang des Pullovers, gemessen am fertigen Strickstück.

Bequemlichkeitszugabe = fertiges Maß minus Körpermaß.

Ein kleines Beispiel:

Körpermaß 100 cm, fertiges Maß 108 cm → +8 cm Bequemlichkeitszugabe.

Diese Zugabe sorgt dafür, dass du dich bewegen kannst, dass nichts spannt – und dass das Strickstück so wirkt, wie du es tragen willst.

Positive, negative und null Zugabe – kurz erklärt

Je nach Modell und gewünschtem Sitz kann die Zugabe unterschiedlich ausfallen:

  • Positive Bequemlichkeitszugabe (positive ease):

Positive Bequemlichkeitszugabe bedeutet: Das fertige Strickstück ist weiter als dein Körpermaß. Das ist bei Pullovern, Shirts, Westen und Cardigans der häufigste Fall – es sorgt für Bewegungsfreiheit und den Sitz, den ein Oberteil im Alltag braucht.

In der Uukii Kollektion ist positive Bequemlichkeitszugabe bewusst Teil der Passform: klare Linien, feine Details und genug Weite, damit die Modelle bequem sitzen und sich im Alltag gut tragen lassen. Alle Teile werden nahtlos von oben nach unten gestrickt – dadurch kannst du Längen und Proportionen sehr gut an dich anpassen.

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Frau mit gestricktem Pullover in hellgelber Farbe, hält Garn in der Hand, steht vor einem Fenster
Yoooko Cardigan mit Mausezähnchenkante und Raglanärmel auf einem Tuch liegend

Der Yooko Cardigan ist ein gutes Beispiel für positive Bequemlichkeitszugabe bei einem Cardigan: kastiger Schnitt, bequem über Shirt oder Bluse zu tragen und trotzdem klar in der Linie. Er wird nahtlos von oben nach unten als Raglan gearbeitet und kann offen oder geschlossen getragen werden – ein unkompliziertes Modell fürs ganze Jahr.

Yooko Cardigan ➝ Zur Anleitung



  • Null-Zugabe (zero ease):

Fertiges Maß und Körpermaß sind ungefähr gleich. Das funktioniert bei sehr elastischen Garnen oder bei einem Sitz, der bewusst „nah“ sein soll.

Bei elastischen Strickbildern wie Rippenmuster reicht oft zero ease oder nur eine kleine Zugabe. Das Riika Top ist dafür ein gutes Beispiel: Der Sitz entsteht hier vor allem durch die Dehnbarkeit des Musters.

Riika Top➝ Zur Anleitung

Riika Kollektion – rosa p. Strickdesigns für Damen

  • Negative Bequemlichkeitszugabe (negative ease):

Das fertige Teil ist kleiner als dein Körpermaß und dehnt sich beim Tragen. Das ist typisch bei Mützen, Bündchen oder sehr elastischen Mustern.

Zoora Hats auf einem Holztisch mit Stricknadeln – Beispiel für Mützensitz mit negativer Bequemlichkeitszugabe.

Bei Mützen ist häufig negative Bequemlichkeitszugabe sinnvoll, damit der Sitz stimmt. Der Zoora Hat ist so konstruiert, dass er in jeder Größe zuverlässig sitzt und sich beim Tragen gut anpasst.

Zoora Hat, onesize und unisex ➝ Zur Anleitung

Negative Bequemlichkeitszugabe bedeutet: Das fertige Teil ist etwas kleiner als das Körpermaß und sitzt dadurch schmal anliegend. Ein gutes Beispiel dafür ist das Niine Top.


Niine Top ➝ Zur Anleitung

Niine Top – ärmelloses Sommertop mit V-Ausschnitt, glatt rechts gestrickt nach rosa p. Anleitung

Wichtig ist: Es gibt nicht „die eine richtige Zugabe“.

Richtig ist die Zugabe, die zu deinem Körper, deinem Tragegefühl und zur Konstruktion des Modells passt.

Warum Strick anders ist als Kaufkleidung

Ein selbstgestricktes Teil fällt je nach Garn, Muster und Gewicht unterschiedlich aus – und kann sich beim Tragen oder nach dem Waschen noch leicht verändern. Darum solltest du die Größe nicht „wie im Laden“ auswählen, sondern immer die Maße des fertigen Strickstücks und deine gewünschte Bequemlichkeitszugabe mit einbeziehen.


So nutzt du die Angaben in rosa p. Anleitungen für die Größenwahl

  • Miss zuerst deine Körpermaße (vor allem Brustumfang) und überlege kurz, wie du das Modell tragen möchtest: eher nah, klassisch oder mit mehr Weite.
  • Vergleiche dann mit den Maßen des fertigen Strickstücks in der Anleitung. Entscheidend ist nicht die Zahl in der Größentabelle, sondern welches fertige Maß zu deiner gewünschten Bequemlichkeitszugabe passt.
  • Nutze die Anpassungsmöglichkeiten, die Stricken bietet: Längen lassen sich fast immer einfach verändern – und bei top-down Modellen kannst du den Sitz unterwegs prüfen und feinjustieren.


Was ist Bequemlichkeitszugabe beim Stricken?

Bequemlichkeitszugabe ist der Unterschied zwischen deinem Körpermaß und dem Maß des fertigen Strickstücks. Sie entscheidet, ob ein Modell körpernah, klassisch oder weiter sitzt.


Wie viel Bequemlichkeitszugabe brauche ich für einen Pullover oder Cardigan?

Das hängt vom gewünschten Sitz ab. Viele Modelle sind mit positiver Bequemlichkeitszugabe geplant, damit du dich gut bewegen kannst. Entscheidend ist, welches fertige Maß du an dir tragen möchtest.


Warum soll ich die Größe nicht „wie im Laden“ auswählen?

Weil ein selbstgestricktes Teil je nach Garn, Muster und Gewicht anders fällt und sich beim Tragen oder nach dem Waschen leicht verändern kann. Verlässlicher sind die Maße des fertigen Strickstücks plus deine gewünschte Bequemlichkeitszugabe.


Welche Maße sind für die Größenwahl am wichtigsten?

Für Oberteile ist der Brustumfang ein guter Ausgangspunkt. Zusätzlich können Oberarmweite, Schulter-/Hals-Sitz und die gewünschte Länge entscheidend sein – je nachdem, wie das Modell konstruiert ist.


Was mache ich, wenn ich zwischen zwei Größen liege?

Dann hilft die Frage: Wo soll das Strickstück zuerst perfekt sitzen – an Schultern/Oberarmen oder eher weiter im Körper? Längen lassen sich fast immer einfach anpassen; Passform an Schulter und Oberarm ist schwerer zu „retten“.


Brauche ich bei Mützen und Bündchen auch Bequemlichkeitszugabe?

Ja, aber oft anders herum: Bei Mützen, Bündchen oder sehr elastischen Mustern ist null oder sogar negative Bequemlichkeitszugabe üblich, damit das Teil gut anliegt und nicht rutscht.