Wolle wickeln mit einem hölzernen Wollwickler: Senfgelbes Garn wird vom Strang zu einem Knäuel gewickelt.

Wolle wickeln – vom Strang zum strickfertigen Knäuel

Wolle wickeln gehört bei manchen Garnen zur Vorbereitung eines Strickprojekts. Nicht jedes Strickgarn wird als fertiges Knäuel verkauft. Besonders bei Naturgarnen und handgefärbten Qualitäten begegnen dir häufig Stränge, die vor dem Stricken zunächst gewickelt werden müssen.

Auch in meinen Strickanleitungen findest du Garnvorschläge, die als Strang angeboten werden. Zu jedem Modell gebe ich die benötigte Garnmenge für die einzelnen Größen sowie die Maschenprobe, Lauflänge und Zusammensetzung der verwendeten Garne an.

Entscheidend für die Garnwahl ist dabei nicht die Verkaufsform, sondern ob das Garn zur angegebenen Maschenprobe und zum gewünschten Maschenbild des Modells passt. Hast du dich für ein Garn im Strang entschieden, kommt vor der Maschenprobe zunächst das Wickeln.

Wolle wickeln mit Haspel und Wollwickler

Wenn du für eine Strickanleitung ein Garn gewählt hast, das als Strang verkauft wird, muss es vor dem Anschlagen gewickelt werden. Besonders wenn du für einen Pullover oder Cardigan mehrere Stränge benötigst, sind Haspel und Wollwickler praktisch.

Die Haspel hält den geöffneten Strang gespannt, während der Wollwickler daraus ein gleichmäßiges Knäuel formt.

So gehst du vor:

  1. Öffne den Strang vorsichtig und lege ihn auf die Haspel.
  2. Spanne die Haspel so weit auf, dass das Garn gleichmäßig aufliegt.
  3. Entferne die Fäden, mit denen der Strang zusammengebunden ist. Achte darauf, dabei nicht den Garnfaden durchzuschneiden.
  4. Suche Anfang und Ende des Garns und prüfe, ob der Strang ohne Überkreuzungen auf der Haspel liegt.
  5. Befestige ein Fadenende am Wollwickler und beginne langsam zu kurbeln.
  6. Läuft der Faden problemlos von der Haspel, kannst du gleichmäßig weiterwickeln.
  7. Nimm das fertige Knäuel vorsichtig vom Wollwickler.

Wickle das Garn nicht unnötig fest. Besonders elastische Wollgarne können dabei unter Spannung geraten. Das Knäuel soll kompakt genug sein, um sauber abzulaufen, das Garn dabei aber nicht gedehnt werden.

Mehrere Stränge für ein Strickprojekt

Benötigst du laut Anleitung mehrere Stränge, würde ich nicht automatisch alle Stränge sofort wickeln. Wickle zunächst das Garn, das du für den Projektbeginn und die Maschenprobe brauchst.

Das hat einen praktischen Vorteil: Stellst du bei der Maschenprobe fest, dass das gewählte Garn für das Modell doch nicht so funktioniert wie erwartet, bleiben die übrigen Stränge zunächst unberührt.

Gerade wenn du für eine rosa-p.-Anleitung ein alternatives Garn zu meinen Vorschlägen verwendest, ist die Maschenprobe deshalb ein wichtiger Zwischenschritt. Die in der Anleitung angegebene Maschenprobe ist die Grundlage für die berechneten Maße des fertigen Modells.

Wolle ohne Wollwickler von Hand wickeln

Du brauchst nicht zwingend einen Wollwickler. Möchtest du nur einen einzelnen Strang für dein Projekt vorbereiten, kannst du ihn auch von Hand wickeln.

Am einfachsten geht das zu zweit: Eine Person hält den geöffneten Strang über beide Hände, während die andere wickelt. Alternativ kannst du den Strang über eine geeignete Stuhllehne legen. Wichtig ist, dass die Fäden geordnet bleiben und der Strang während des Wickelns leicht gespannt ist.

Beginne mit einigen lockeren Wicklungen um deine Finger. Nimm die Finger heraus und wickle anschließend in wechselnder Richtung weiter. Drehe das entstehende Knäuel dabei regelmäßig in der Hand.

Auch beim Wickeln von Hand gilt: nicht zu fest ziehen. Das Garn soll möglichst in seinem ursprünglichen Zustand bleiben.


Rosa-p.-Modelle mit Garnen aus dem Strang

Auch bei meinen Strickmodellen kommen Garne zum Einsatz, die zunächst als Strang vorliegen und vor dem Stricken gewickelt werden. Die folgenden Modelle sind Beispiele dafür.

Bei jeder Strickanleitung findest du die verwendeten Garne, die benötigten Mengen für die einzelnen Größen und die Maschenprobe. Möchtest du ein anderes Garn verwenden, helfen dir diese Angaben bei der Auswahl einer passenden Alternative.

  • Uukii Cardigan – zweifädig gestrickt aus Bio Balance und Tussah Tweed von Bio Balance

Uukii Shirt – gestrickt aus Studio Linen von Erika Knight

Aarven Longsleeve und Aarven Longsleeve Junior aus Semilla Melange von BC Garn

Wenn du mit Strickgarn im Strang arbeitest, gehört das Wickeln ganz selbstverständlich zum Start deines Projekts dazu.

Ist das Garn gewickelt, folgt vor dem eigentlichen Strickprojekt die Maschenprobe. Sie zeigt dir, ob dein Garn mit der gewählten Nadelstärke die Maschenprobe erreicht, auf der die Größenberechnungen meiner Strickanleitungen beruhen.

Wie du dabei vorgehst, erkläre ich im Beitrag „Maschenprobe richtig stricken“.


Häufige Fragen zum Wollewickeln

Muss man Wolle im Strang vor dem Stricken wickeln?

Ja. Ein Garnstrang sollte vor dem Stricken zu einem Knäuel gewickelt werden. Wird direkt aus dem geöffneten Strang gestrickt, können sich die Fäden leicht verheddern.

Brauche ich zum Wollewickeln eine Haspel und einen Wollwickler?

Nein. Eine Haspel und ein Wollwickler erleichtern das Wickeln und sind besonders praktisch, wenn du regelmäßig Garne im Strang verwendest. Einzelne Stränge kannst du auch von Hand wickeln.

Wie kann ich Wolle ohne Wollwickler wickeln?

Du kannst den geöffneten Strang über die Hände einer zweiten Person oder beispielsweise über eine geeignete Stuhllehne legen und das Garn anschließend von Hand zu einem Knäuel wickeln. Wichtig ist, dass der Strang geordnet bleibt und das Garn beim Wickeln nicht zu stark gespannt wird.

Warum sollte Wolle nicht zu fest gewickelt werden?

Wird ein elastisches Wollgarn sehr fest gewickelt, kann der Faden dabei dauerhaft unter Spannung stehen. Deshalb sollte das Knäuel gleichmäßig, aber nicht unnötig straff gewickelt werden.

Sollte ich alle Stränge für mein Strickprojekt sofort wickeln?

Nicht unbedingt. Besonders bei einem neuen Garn kannst du zunächst einen Strang wickeln und damit die Maschenprobe für deine Strickanleitung anfertigen. So kannst du prüfen, ob Garn, Nadelstärke und Maschenprobe zusammenpassen, bevor du die übrigen Stränge wickelst.